Dein Kind kann noch nicht mal laufen…
bist du sicher, dass es in die Cloud will?

Kinderfotos – wohin damit?

Klebst du noch Bilder in Fotoalben ein? Meine Mama hat das gemacht und ich saß als Kind oft auf dem Sofa, das schwere Album auf dem Schoß und habe mich fasziniert durch vergangene Urlaube und meine frühe Kindheit geblättert.

Bei meinem eigenen Kind hat sich inzwischen der Umgang mit Fotos grundlegend geändert, insbesondere die deutlich gestiegene Menge an Fotos. Aus den geklebten Fotoalben sind digitale Ordner auf Festplatten und Mediaspeichern geworden. Ich bekomme Fotos via Mail von Oma und Opa, aus der Kita auf DVD oder von Freunden einen USB-Stick mit Fotos vom letzten Gartenfest.

Wird mein Kind später in diesem Speicher-Chaos nach den schönsten Kindheitserinnerungen suchen müssen?

Für die ganze Familie

Es geht mir wahrscheinlich so wie vielen anderen: die Familie ist in alle Himmelsrichtungen verstreut, aber irgendwie mag man sie doch am Leben teilhaben lassen – insbesondere dann, wenn sich Nachwuchs angekündigt hat.

Ich habe viele Freunde, die sich für diesen Zweck ein Blog erstellt haben und dort Fotos einstellen und über ihre Kinder schreiben. Das war mir jedoch zu zeitaufwändig, denn ich wollte nicht immer einen Blog-Post schreiben müssen, sondern einfach nur schnell Fotos hochladen. Aber wo?

Ich will doch nur Fotos hochladen

Die einfachste mögliche Lösung: die Fotos kommen in die Dropbox, auf Facebook oder Instagram, die Videos auf Youtube. Alle in der Ferne lebenden Verwandten haben jederzeit Zugriff und alles wäre ganz wunderbar.

Aber Moment mal, wo landen meine Fotos und Videos dann eigentlich? In unzähligen Rechenzentren, auf hunderten von Servern, die allesamt riesigen Firmen gehören, die was genau eigentlich machen? Schenken sie mir den Speicherplatz aus reiner Gutmütigkeit? Leider nein.

Social Networks: meine Bilder, deine Bilder

Wenn ich meine Fotos bei Facebook & Co hochlade, werden sie analysiert, durchlaufen Algorithmen zur Gesichts- und Objekterkennung, Kameradaten werden ausgelesen und über GPS-Koordinaten der genaue Aufnahmeort ermittelt. Meine Fotos sind wertvolle Rohdaten und damit bezahle ich die kostenlosen Dienste indirekt.

Wertvoll sind auch die Informationen, wem ich meine Fotos zeige, wer sie kommentiert und wer sie liked. Hieraus können die Anbieter Verwandtschaftsverhältnisse ableiten, enge von flüchtigen Freunden unterscheiden und daraus viel Wissen zu meinem Privatleben anhäufen. Das resultiert meist in „maßgeschneiderter“ Werbung… und bei mir in dem unguten Gefühl, dass ich zu viel Informationen preisgegeben habe – ohne genau zu wissen, wann eigentlich.

Ganz abgesehen davon, dass ich später von meinem Kind nicht vorgeworfen bekommen will „Papa, meine Schulfreunde haben Fotos auf Facebook gefunden, wie ich zum ersten mal ins Töpfchen gemacht habe - das ist echt uncool“.

Cloud-Speicher: wo gehen all die Daten hin?

Nächste Idee: ich nutze einen der zahlreichen Cloudspeicher-Dienstleister. Fotos hochladen, Link zum Album per Mail an die Verwandschaft schicken. Klingt ziemlich einfach.

Aber auf welchen Servern landen meine Fotos dann? Meistens ja außerhalb Europas und wenn nicht, steht i.d.R. doch wieder ein US-Unternehmen dahinter, das für Behörden auch Zugriff auf in Europa stehende Server ermöglichen muss. Da ich in meiner Arbeit für den Datenschutz zuständig bin, kenne ich die rechtlichen Fragen und Probleme, die da aufkommen können.

Dazu kommt noch die Ungewissheit, dass ich nie weiß, wie lange ein Dienst im Netz existiert. Mir ist das schon einmal mit einem öffentlichen Fotoalbum passiert. Der Anbieter hat irgendwann seinen Dienst eingestellt und ich hatte die Arbeit, alles auf eine andere Plattform umzuziehen.

Mein persönliches Fazit

Meine Suche nach einer Plattform, die meinen persönlichen Datenschutz-Ansprüchen gerecht wird und bei der ich guten Gewissens Fotos von meinem Kind hochladen kann, ohne dass ich mich von einem Betreiber abhängig mache, blieb leider erfolglos.

Für mich gab es nur eine logische Konsequenz: ich muss mir selbst eine solche Plattform programmieren – und das war der Beginn von Timeline.pics.

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